Sonntag, 21. Mai 2017

El Dorado Demerara Rum Rare Collection Port Mourant PM 1999 15YO

(the English part is below, just skip the German part)

Servus Leute!

Heute kommt zur Abwechslung mal eine offizielle Abfüllung und nicht ein Rum eines Unabhängigen Abfüllers. Es ist ein Rum aus der Diamond Distillery in Guyana. Der heutige Rum ist der El Dorado Demerara Rum Rare Collection Port Mourant PM 1999 15YO!

Zur Abfüllung:

Picture from the Rumaniacs
Dies ist der zweite Rum von drei auf BAM aus der Rare Collection Serie. Den El Dorado Demerara Rum Rare Collection Enmore EHP 1993 21YO habe ich ja schon bereits vorgestellt. Hergestellt wurde der Rum mit den zwei hölzernen Brennblasen, auch Vat genannt, welche im Grunde wie Pot Stills funktionieren und auf die Destillerie des alten Port Mourant Anwesens zurückgehen. Ihnen nachgeschaltet ist ein Rektifizierer, welcher die resultierende Alkoholstärke noch einmal anhebt. Also eine zweifache Destillation mit zusätzlicher Rektifikation. Die Rums können eine Mindeststärke von über 70%vol erreichen. Die Versailles Still schafft es mit einem Rektifizierer sogar bis auf 75%vol. DDL besteht immer noch auf das Gründungsjahr 1732, wenn es um das Port Mourant Anwesen geht. Das dies laut alten Landkarten der Kolonie nicht der Fall war, habe ich bereits vor langem nachgewiesen. Ähnlich der anderen beiden hölzernen Brennapparate aus Versailles und Enmore wird das Tropenholz in nicht näher bekannten Abständen je nach Verschleiß ausgetauscht. Das Mark des Stils ist P.M., was die Initialen des Anwesens sind. Velier veröffentlichte in der Vergangenheit einige sehr interessante Rums dieses Stils. Nur drei konnte ich davon verkosten: Den Velier Full Proof Old Demerara Rum Port Mourant 1974 34 YO mit 54,5% vol, den Velier Full Proof Old Demerara Rum Port Mourant 1993 13 YO mit 65% vol und den Velier Full Proof Old Demerara Rum Port Mourant 1997 15 YO 65,7% vol. Zwei davon habe ich bereits auf dem Blog verkostet, aber noch nicht bewertet. Den dritten Rum, den Port Mourant aus 1974, habe ich noch nicht vorgestellt. Alles drei sehr gute Rums mit sehr hoher Qualität. Jeder hat seine Besonderheit. Der 1993er hat geballte Kraft, gepaart mit jugendlicher Frische, der 1974er ein besonderes Profil (wie alle aus 1974 und 1975) und der 1997 befindet sich zwischen diesen beiden Jahrgängen. Er hat keine jugendliche Schärfe mehr am Gaumen, aber auch nicht zu viel vom Fass abbekommen. Ich bin sehr gespannt, wie sich der heutige Port Mourant schlägt. Besagte Rums mit tropischer Reifung und etliche Rums dieses Stils mit kontinentaler Lagerung haben die Messlatte leider schon recht hoch angesetzt. Aber genug gequasselt. Auf zur Verkostung! 

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Verkostung El Dorado Demerara Rum Rare Collection Port Mourant PM 1999 15YO:

Preis: Der Rum rangiert zwischen 229,90€ und 289,00€ in Deutschland. Mein Sample bekam ich von den Rumaniacs.

Alter: Das offizielle Alter beläuft sich auf 15 Jahre. Der Rum wurde 1999 in Guyana destilliert und 2015 durch DDL abgefüllt.

Alkoholstärke: Der Rum wurde mit 61,4%vol abgefüllt.

Destillationsverfahren: Die Double Wooden Vat Still von Port Mourant. 

Farbe: Sehr dunkler Bernstein.

Viskosität: Dicke Tropfen fließen am Glas hinab und bilden sehr lange Streifen.

Nase: Massiver Geruch von Sternanis, gewürze, Früchte und Fassaromen entschweben dem Glas. Jod, Zimt, Karamell und Eichenaromen. Im Hintergrund schwingen etliche Kräuter mit, darunter Eukalyptus. Nach einem Schwenk des Glases riecht man für kurze Zeit schwarzen Tee. Weiter weg vom Glas rieche ich Papayas, Kräuter und Anis. Tief im Glas massive Eichenaromen, Zimt, bitterer Karamell, Kräuter und viele Gewürze. Die Früchte sind im Glas nur sehr dezent vorhanden. Entfernt man sich mit der Nase vom Glas, dann sind sie definitiv stärker ausgeprägt. Altes poliertes Holz und rote Früchte verwoben mit bitterem Karamell. Bei längerer Standzeit kommen deutliche Röstaromen vom verbrannten Holz zum Vorschein. Erinnert in begrenztem Umfang an einen Kaffee. Leichte Nuancen von Salz. Die Fassreife ist schon einmal wesentlich höher, als alle zuvor genannten Vergleichskandidaten.

Gaumen: Zuerst brennt der Rum am Gaumen. Die Wärme flutet den gesamten Mundraum. Dann schmecke ich Anis, Gewürze und starke Eichenaromen. Jod, Zimt, bitteres Karamell, Nelken, Leder und sehr schwach Fruchtaromen. Zu Beginn kann man eine leichte Süße erkennen, bevor der Alkohol diese Komponente beiseite wischt und verschwinden lässt. Starke Röstaromen und altes Holz. Holzkohle und Kastanien. Nach einer Minute hat sich der Rum im Geschmack gewandelt. Er wurde mehr pflanzlich. Mehr Kräuter erscheinen, darunter auch Nuancen von Eukalpytus. Beim zweiten Schluck schmeckt der Rum nun zu Beginn nicht mehr süßlich sondern leicht säuerlich. Mehr Gewürze, Eiche und Anis vom Fass. Dem Rum fehlen allerdings jegliche Bitterstoffe. Sie sind mehr im Hintergrund des Rums versteckt. Anis, Papayas und schwarzer Tee. Leder und Toffee. Dann wandelt sich das Profil erneut und die Kräuter werden stärker.

Abgang: Röstaromen, Anis und Eiche. Dann Papayas, Mangos und Karamell. Am Ende wandelt sich der Rum auch im Abgang und wird pflanzlich im Geschmack in Form von Kräutern. Nach dem zweiten Schluck schmeckt man nun ganz kurz die Bitterkeit des Fasses. Hier erkenne ich nun endlich die Tannine, welche am Gaumen versteckt im Hintergrund verweilten. Dann wieder Anis, Papayas und Karamell. Wieder am Ende Kräuter. Der Rum ist leicht trocken am Gaumen. 

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Fazit: Ich habe nicht den geringsten Schimmer, was im Jahre 1999 auf dem Gelände der Diamond Distillery schief gelaufen ist. Dieser Rum weckte zahlreiche Erinnerungen an eine andere Abfüllung. Es ist der Velier Demerara Rum Diamond <S> 1999 15 YO mit 53,1%vol. Bei dieser Abfüllung wurden laut offizieller Angabe die Fässer nicht leicht getoastet sondern ausgekohlt (Stichwörter auf dem Label: charred barrels). Diese Röstaroma der Holzschicht schmeckte man förmlich im gesamten Profil. In der Nase roch man starke Melasse-Aromen und Jod. Dies alles hat auch dieser Port Mourant von 1999. Er ist gerade einmal zwei Jahre älter als der Velier Full Proof Old Demerara Rum Port Mourant 1993 13 YO mit 65% vol und doch trennen beide Rums Welten. Beide Rums aus 1999 schmecken am Gaumen etwas verbrannt und sind voll von Melasse, Karamell und Jod. Für mich gibt es bei diesem Vergleich der beiden Port Mourant einen klaren Verlierer. Es ist die heutige Abfüllung. Der Unterschied der Qualitäten ist leider zu groß um eine höhere Wertung zu rechtfertigen. Es wurde im Jahre 1999 also nicht nur ein Stil in ausgekohlte Fässer abgefüllt. Der 1999er hat sicherlich mehr Fassreife als der 1993er, aber das macht ihn nicht besser. Im Jahre 1999 verfolgte man mit den Fässern definitiv eine andere Strategie als alle Jahre zuvor. Man schmeckt es. Dieser 15 Jahre alte Rum hat keine großen Ecken und Kanten. Er brannte sich nicht sonderlich in mein Gedächtnis ein. Es fehlt irgendwie der „Wow“-Effekt, den ich damals bei den Rums der Velier-Range erlebte. War der 1993er der Infant Terrible oder die Dampfwalze, so ist dieser Rum ein zahnloser Tiger mit viel Fassreife. Allerdings fehlt ihm die Eleganz eines 1997er. Von den älteren Jahrgängen reden wir hier noch nicht einmal. Allerdings sind diese alten Rums alle verschwunden. Was bleibt ist diese Abfüllung und die Einheitsblends von DDL (12,15 und 21), in denen diverse alte Stile eingearbeitet wurden. Um eines gleich einmal klarzustellen: Die heutige Abfüllung ist für mich besser als diese drei Einheitsblends. Sie ist allerdings auch klar teurer. Jammern auf hohem Niveau wieder einmal? Vielleicht. Ich habe ja schon in der Einleitung weiter oben geschrieben, dass andere Rums die Messlatte sehr weit nach oben verschoben haben. Sollten sie nur sehr wenige Port Mourants im Glas gehabt haben, dann sind sie mit Sicherheit auch mehr begeistert von dieser Abfüllung. Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag! 

Marco 

(82/100) 


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Hello people!

Today’s rum is an official bottling. So no rum from an Bndependent Bottler this time. It’s a rum directly from the Diamond Distillery located in Guyana. Today’s rum is the El Dorado Demerara Rum Rare Collection Port Mourant PM 1999 15YO!

The Bottling: 

Picture from the Rumaniacs
This is the second rum of three from the Rare Collection series on BAM. I have already reviewed the El Dorado Demerara Rum Rare Collection Enmore EHP 1993 21YO. It was made with the two wooden stills, also known as Vat stills which functions basically like a pot still and gooes back to the distillery of the Old Port Mourant sugar estate. After both vat stills is a rectifier in series attached, which raises the resulting alcohol strength again significantly. So a double distillation with additional rectification. The rum can achieve a minimum strength of more than 70% abv. The Versailles single vat still is capable to produce rum with as much as 75% abv. DDL still insists on the founding year of 1732, when it comes to the Port Mourant estate. A long time ago I have shown that this date is simply impossible but DDL is still maintaining this date for whatever reasons. Similarly, the other two wooden vessels in the distillery namely the one from Versailles and the one from Enmore are made with tropical Greenheart wood, which is exchanged at unspecified intervals depending on wear and tear. The Mark of the style is PM. They are simply the initials of the estate. Velier published in the past some very interesting rums of this style. I could get a bottle or a sample from three of these bottlings: The Velier Full Proof Old Demerara Rum Port Mourant 1974 34 YO 54.5% abv, the Velier Full Proof Old Demerara Rum Port Mourant 1993 13 YO 65% abv and Velier Full Proof Old Demerara Rum port Mourant 1997 15 YO 65.7% abv. I have already reviewed two of them on the blog, but not yet publicly rated for a reason. The third rum, the Port Mourant in 1974, was never reviewed on this Blog or on the old one. All three very good rums with very high quality. Each has its particularity. The 1993 has concentrated power, coupled with youthful freshness, the 1974 a special profile (like all PMs of 1974 and 1975) and the 1997 is located between these two vintages. He has no juvenile punches anymore on the palate, but has not received too much extraction of the cask. I am very curious to see how today's Port Mourant will be. Said rums with tropical maturation and several rums of this style with a continental storage have raised the bar unfortunately quite high. But enough of that. Lets begin with the tasting! 

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Tasting El Dorado Demerara Rum Rare Collection Port Mourant PM 1999 15YO:

Price: Rum ranges between 229,90€ and 289,00€ in Germany. I got my sample from the Rumaniacs.

Age: The official age is 15 years. The rum was distilled in 1999 and bottled by DDL in 2015.

ABV: The rum was bottled with 61.4% vol.

Process of distillation: The Double Wooden Vat Still of Port Mourant.

Colour: Very dark amber.

Viscosity: Thick drops flow down along the glass thereby forming long streaks.

Nose: A massive smell of star anise, spices, fruits and barrel flavors are hovering above the glass. Iodine, cinnamon, caramel and oak. In the background, several herbs, including eucalyptus. After a pan of the glass you can smell black tea for a short time. Further away from the glass I smell papaya, herbs and anise. Deep in the glass strong oak, cinnamon, bitter caramel, herbs and many spices. The fruits are very subtly present in the glass. When moving away the nose from the glass they are definitely more pronounced. Old polished wood and red fruits interwoven with bitter caramel. With longer elapsing time toasty aromas from the toasted/charred wood. Recalls to a limited extent coffee. Slight hints of salt. The barrel aging is already much higher than all the comparison candidates mentioned above.

Palate: First the rum is burning on the palate. The heat floods the whole mouth. Then I taste anise, spices and strong oak flavours. Iodine, cinnamon, bitter caramel, cloves, leather and very weak fruit flavours. At the beginning I can taste a slight sweetness before the alcohol wipes this component aside and let it almost disappear. Strong toasty aromas and old wood. Charcoal and chestnuts. After a minute, the rum has changed in taste. It is now more herbal. More herbs appear, including nuances of eucalyptus. During the second sip now the rum no longer tastes sweet at the very beginning but is slightly sour. More spices, oak and anise from the cask. The rum is devoid of any bitterness. It is hidden in the background of the flavour profile. Anise, papaya and black tea. Leather and toffee. Then the profile converts again and the herbs are getting stronger.

Finish: Toasty aromas, anise and oak. Then, papayas, mangoes and caramel. In the end the rum changes even in the finish and a herbal taste is lingering on the tongue. After the second sip I can now very briefly taste the bitterness of the barrel. Here I recognize finally the tannins of the oak, which on the palate were lingering in the background. Then again anise, papaya and caramel. Again at the end herbs. The rum is slightly dry. 

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Conclusion: I have not the slightest idea what went “wrong” in 1999 on the premises of the Diamond Distillery. This rum recalls some memories of another bottling. It is the Velier Demerara Rum Diamond <S> 1999 15 YO 53.1%abv. In the said bottling according to the official statement on the label, the barrels were not toasted but charred. This roasted flavor of the wood adhered on the taste throughout the entire profile. The nose smelled strong of molasses and iodine. This Port Mourant is quite similar, not identical though. It is only two years older than the Velier Full Proof Old Demerara Rum Port Mourant 1993 13 YO 65% vol and yet both rums are worlds apart from each other. Both rum from 1999 taste somewhat burned or singed on the palate and are full of molasses, caramel and iodine. For me there is a clear winner in this comparison of the said two Port Mourants. It is not today's rum. The difference in quality is unfortunately too big to justify a higher rating. Apparently the Diamond was not the only one which used these charred casks in 1999. The 1999 has certainly more barrel maturation than the 1993, but that does not make him better. The barrel strategy of the distillery, if one is indeed existing, is definitely different compared with  what it once was in the past, which can bee clearly seen by the old releases. There is something else. This 15-year-old rum has no large rough edges. It is not a rum, which burns itself deep into my memory, neither in a good nor in a bad way. Somehow it lacks the "wow" effect that I had experienced with the rums of the Velier range at the time. The 1993 was the Infant Terrible or the steamroller, this rum is a toothless tiger with lots of barrel flavours. However, it lacks the elegance of a 1997. And I don’t even want to start with the very old vintages. However, these old rums are all gone. What remains is this bottling and the blends of DDL (12,15 and 21) in which various old styles were incorporated. To make something clear: Today's bottling is better than these three uniform blends to me. However, it is also clearly more expensive. So… whining at a high level, again? Maybe. I have already written in the introduction above, that other rums have raised the bar high up. If you had not that many Port Mourants in your life or they were all of poor quality, then this rum must appear like a marvel to you. Sadly it doesn’t work for me. I have been spoiled way too much. And I am not happy about this. Happy sunday to all of you! 

Marco 

(82/100)

Sonntag, 30. April 2017

Cadenhead Dated Distillation Blackrock Distillery BRS (Rockley) 1986 14YO

(the English part is below, just skip the German part) 

Servus Leute!

Willkommen zurück zur Freak-Corner des Rum. Heute kommt eine absolute Rarität zur Verkostung. Dieser Rum war schon vor meiner Anfangszeit eigentlich ausverkauft und so gut wie verschwunden. Es ist der Cadenhead Dated Distillation Blackrock Distillery BRS (Rockley) 1986 14YO!

Zur Abfüllung:

Heute kommt man nur noch durch eine Privatperson an diese Abfüllung. Wenn man Glück hat. Meine Flasche allerdings habe ich weder von einer Privatperson, noch von einem Shop innerhalb der EU. Ich habe diese Flasche importieren müssen und habe damit auch Bekanntschaft mit dem Zoll meines Landkreises gemacht. Dazu möchte ich auch etwas erzählen. Eines vorweg: ich wusste was mich erwarten würde. Die Branntweinsteuer, was bei dieser Trinkstärke schmerzhaft war, eine kleine Zollabgabe, und oben drauf die Einfuhrumsatzsteuer von 19%. Der Versand war fast genauso teuer wie die Flasche selbst. Zum damaligen Zeitpunkt extrem schmerzhaft, aber heute betrachtet hielten sich die Kosten in Grenzen. Den genauen Preis werde ich auch nicht nennen. Ich wusste also was mich erwartete. Das Zollamt nicht. Dort hatte man so etwas noch nie gemacht. Ich kann mich noch heute an die verdutzten Gesichter erinnern. Auch an die Kommentare. Warum Rum teuer im Ausland kaufen, wenn man ihn im Supermarkt billiger bekommt? Ich denke jeder Leser dieses Blogs kann sich vorstellen, wie man sich da als Liebhaber edler Geister angesprochen fühlt. Dennoch hat es einige Wochen gedauert, bevor ich diese Flasche geköpft habe. Das war im Jahre 2014. Mit diesem Rum und einigen weiteren alten Abfüllungen aus 1986 in Fassstärke konnte man die Entwicklung dieses Jahrgangs richtig gut betrachten. Ich wollte mit diesem Rum quasi die Unterschiede zwischen 2000 und 1986 feststellen. Allerdings war in meiner Sammlung damals der jüngste Rum aus 1986 in Fassstärke 16 Jahre alt. Also ein wenig älter als alle Rums aus 2000 zum damaligen Zeitpunkt. Da kam mir diese Abfüllung wie gelegen. Ein idealer Vergleich war dann mit dem Rumdealers Selection Barbados West Indies Distillery 14 YO mit 56,8% möglich. Beide Rums waren 14 Jahre alt und in Fassstärke, auch wenn dazwischen 12,4%vol liegen. Dazu am Ende etwas mehr. Das Mark wird explizit mit BRS angegeben. Auch beim Nachfolger, den Cadenhead Dated Distillation Blackrock Distillery BRS (Rockley) 1986 16YO. Betrachtet man allerdings die beiden Vorgänger dieser heutigen Abfüllung, dann sieht man dort nicht BRS. Stattdessen prangt W.I.R.R. auf den beiden Labels, was für West Indian Rum Refinery steht. Der alte Name der West Indies Rum Distillery (W.I.R.D.), auch bekannt als Blackrock Distillery. BRS könnte für vieles stehen. Müsste ich wetten, dann würde ich entweder auf Blackrock Rockley Still oder Barbados Rockley Still mein Geld setzen. Woher dieser Unterschied der Marks aus derselben Brennerei und bei demselben Stil? Vermutlich eine andere Quelle. Allerdings ist es schon auffällig, dass nach den zwei Abfüllungen von Cadenhead in den Jahren 1998 und 1999 plötzlich das Mark sich ändert und Bristol zuvor seinen ersten „Rockley“ in 1998 veröffentlichte. So viel zur Abfüllung. Beginnen wir mit der Verkostung dieses kleinen Schatzes! 

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Verkostung Cadenhead Dated Distillation Blackrock Distillery BRS (Rockley) 1986 14YO:

Preis: Den offiziellen Preis kann ich nur noch vermuten. Ich schätze er war bei 100 bis 120 DM, also ungefähr 50 – 60€.

Alter: Der Rum wurde im Jahre 1986 auf Barbados gebrannt und im Dezember des Jahres 2000 abgefüllt.

Alkoholstärke: Der Rum wurde damals mit krassen 69,2%vol abgefüllt. Das ist die volle Fassstärke.

Destillationsverfahren: Das offizielle Verfahren ist eine Pot Still.

Farbe: Tiefes Gold. Im Vergleich dazu wirkt der Rumdealers Selection Barbados West Indies Distillery 14 YO ein wenig blass.

Viskosität: Der Rum fließt in fetten Tropfen langsam hinab an der Glaswand. Ein leicht öliger Film bleibt daran haften.

Nase: Akazienhonig, Bienenwachs, Medizin und Toffee entschweben dem Glas. Eine leichte Süße durchzieht diese Aromen. Schwache Nuancen von Rauch, Mandeln, Papayas und dezente Banane. Nach über einer Stunde ist der Alkohol nur noch schwach riechbar. Bei einem frischen Schwenk des Glases jedoch merkt man die knapp 70%vol deutlich. Auch die Medizin wird dadurch dominanter. Weiter weg vom Glas rieche ich Feine Vanille, süßes Karamell, Honig und Papayas. Tief im Glas beherrschen Medizin, Wachs, Honig, ein Hauch von Mandeln, Leder und Eiche das Bild. Im Hintergrund verweilen Kräuter und sehr dezente Aromen von Eukalyptus. Man merkt noch die junge Frische des Rums. Besonders auffällig wird dies bei einem frisch gefüllten oder geschwenkten Glas. Ein Geruch ähnlich dem Geschmack von Milch haftet dem Rum an. Die Vanille und das Toffee werden dann stärker und der Alkohol verblasst. Anis und Holzkohle im Hintergrund. Eine junge Version des 25 Jahre alten Duncan Taylors.

Gaumen: Erst leicht süßlich, dann brennt der Alkohol auf der Zunge und im gesamten Mundraum. Nach dem ersten Abflauen kommt delikater Honig, schwach Vanille, Wachs, süßes Karamell, Medizin und schwach Mandeln zum Vorschein. Dann schwacher Rauch, Kräuter, Gewürze, Eiche und bauner Rohrzucker. Ein milchiger Geschmack begleitet den Ersteindruck. Die Süße verschwindet rasch zu Beginn. Der Rum wird pflanzlich im Geschmack. Mehr Kräuter kommen hervor. Auch mehr Gewürze, kurz Papayas und mehr Eiche. Die Vanille aus der Nase ist am Gaumen fast nicht präsent. Ein Hauch von Zuckerrohr. Beim zweiten Schluck Anis, mehr Medizin, Rauch, Honig und Bienenwachs. Der Alkohol brennt nun noch kräftiger am gaumen. Karamell, Leder und Toffee. Eiche vom Fass, vermischt mit... Mandeln? Mandeln mit Bananen. Der Rum regt den Speichelfluss gut an, wodurch er rasch verdünnt wird und sich das Profil zum pflanzlichen Geschmack hin ändert. Zuckerrohr, Milch, Gewürze und Kräuter. Holzkohle? 

Abgang: Zuerst Gewürze, Eiche und Toffee. Dann schwach Leder, Milch, Honig und Wachs. Brauner Rohrzucker und Zuckerrohr. Kräuter und Gewürze am Ende. Nach dem zweiten Schluck Honig und Wachs. Dann Milch, Gewürze, Kräuter und ein Hauch von Mandeln. Papayas? Wieder Rohrzucker. Gewürze und Kräuter verweilen lange am Gaumen. Der Rum ist leicht trocken am Ende. 

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Fazit: Ein sehr guter Rum, bei dem man allerdings noch das relativ junge Alter merkt. Im Vergleich zum Cadenhead Dated Distillation Blackrock Distillery BRS (Rockley) 1986 16YO hat er einen Tick mehr Vanille. So stark wie der Rumdealers Selection Barbados West Indies Distillery 14 YO riecht er allerdings nicht nach Vanille. Dennoch hat er mehr Fassreife als der RDS. Nicht nur optisch sondern auch olfaktorisch macht sich dieser Unterschied bemerkbar. Zwar ist die Reife höher, allerdings merkt man beiden Rums das junge Alter von 14 Jahren an. Die Differenzen der Jahrgänge sind leider vorhanden. Der Honig riecht und schmeckt auch einen Tick anders. Der Geschmack von Rohrzucker und Zuckerrohr ist nicht so ausgeprägt beim 2000er Jahrgang. Ich glaube nicht, dass diese Unterschiede alleine aus anderen Fässern resultiert. Die Rums aus 1986 haben alle annähernd dasselbe Profil, mal etwas besser, mal weniger gut. Ich war und bin froh, dass ich diesen Vergleich zwischen 1896 und 2000 mit denselben Altersangaben durchführen konnte und versuche noch immer mit alten Rums der neuen Generation auf dem Zahn zu fühlen. Diese Abfüllung wollte ich eigentlich schon länger öffentlich vorstellen, aber es kam mir immer etwas dazwischen. In kleinen Schlückchen fällt die hohe Trinkstärke nicht groß ins Gewicht. Allerdings ist der Rum nichts für jedes Wochenende, was er übrigens mit seinem Nachfolger gemein hat. Zwei ausgezeichnete Rums in hoher Fassstärke. Es gab aber auch sehr gute Rums von 1986 aus WIRD, die mit 46%vol gut punkten können. Rums wie die von Mount Gay und dieser Stil aus WIRD haben Klasse. Leider ist die Verfügbarkeit etwas, dass einem den regelmäßigen Genuss erschwert, behindert oder gar verhindert. Der Jahrgang 1986 ist fast so gut wie weg. Ich meine auch nicht offizielle Abfüllungen. Wer einmal Mount Gay in voller Pracht einer Einzelfassabfüllung erlebt hat, der kann sich nur noch schwer mit einem Mount Gay XO abfinden. Mit Foursquare und Velier könnte in der Hinsicht ja noch ein dritter Stil aus Barbados dazu kommen, der dann hoffentlich durch künstliche Verknappung nicht wieder im Preis nach oben getrieben wird. Leider sind Butter und Feigen nicht so mein Ding. Bezüglich des Kaufs von WIRD durch Ferrand ahne ich nichts Gutes, möchte aber vorerst nicht das Schlimmste annehmen. Mount Gay erwischte es einige Jahre zuvor ebenso. Ist es nun positiv zu betrachten, dass Europäer in der Karibik auf Einkaufstour gehen? Lassen wir uns überraschen. Danke fürs Vorbeischauen und einen schönen Tag noch Euch allen! 

Marco 

(90/100)



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Greetings folks!

Welcome back to the Freak Corner of Rum. Todays bottlingis rarity. This rum was gone before I began my rum-journey. It did completely disappear on the internet shops. It is the Cadenhead Dated Distillation Black Rock Distillery BRS (Rockley) 1986 14YO!

The Bottling: 

Today one can only acquire such a bottling from a private individual. If he is lucky at all. My bottle comes neither from a private individual nor from a store within the EU. I needed to import this bottle and had thus also made acquaintance with the customs officials of my district. In addition I want to say something about that. First of all: I knew what to expect. The liquor tax, which was painful in this drinking strength, a small customs duty, and on top of it all the import tax of 19%. The shipping-fee was almost as expensive as the bottle itself. At the time, extremely painful, but looking at it today, the costs were acceptable. However, I do not want to name the final price. So I knew what to expect. The customs officials did not. They had never done something like this before. I can still remember the puzzled faces of them. The comments too. Something along the lines of “Why buy an expensive rum abroad if you can get it cheaper at the supermarket?” I think every reader of this blog or any lover of fine spirits can imagine how I felt at this moment. Still, it took several weeks before I did uncork this bottle. That was in 2014. This rum and some other old bottlings from 1986 at cask strength are showing the development of this style during the storage in Europe quite nicely. My goal was to spot the differences between the old vintage of 1986 and the never generation of 2000. However, in my collection the youngest rum of 1986 bottled in cask strength was 16 years old. All bottlings from 2000 were a few years younger than this 16 year old rum. A comparison was possible, but it was not perfect in my opinion. This bottling was perfect for such a comparison. An ideal bottling for comparison was the Rumdealers Selection Barbados West Indies Distillery 14 YO bottled with 56.8%abv. Both rums were 14 years of age an in cask strength, although there was a difference of 12.4%abv bewteen the two. I will add a few remarks on that in the conclusion. The Mark is explicitly specified with “B.R.S.”. Also the successor, the Cadenhead Dated Distillation Black Rock Distillery BRS (Rockley) 1986 16YO, had this mark on its label. However, looking at the two predecessors of today's bottling, then you do not see there “B.R.S.”. Instead you see the mark “W.I.R.R.” written on the two labels, which stands for the West Indian Rum Refinery. The old name of West Indies Rum Distillery (W.I.R.D.), also known as Blackrock Distillery. BRS could stand for many things. If I had to place a bet, the I would put my money on either Blackrock Rockley Still or Barbados Rockley Still. Why this difference in the mark from the same distillery and with the same style? Probably another source (cask-broker). However, it is noticeable that suddenly the identification changes after the two bottlings of Cadenhead in the years 1998 and 1999 were released, some time after the Bristol put its first "Rockley" on the market in 1998.So much regarding the bottling. Let's start with the tasting of this little treasure! 

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Tasting 132 Cadenhead Dated Distillation Blackrock Distillery BRS (Rockley) 1986 14YO:

Price: I can only guess the official price. I estimate he was at 100 to 120 Deutsche Mark or about 50 – 60 €.

Age: The rum was distilled and bonded in 1986 in Barbados and bottled in December of 2000. Presumably in the Scotland.

ABV: The rum was then filled with stark 69.2% vol. This is the full cask strength.

Process of distillation: The official process is a pot still.

Colour: Deep gold. The Rumdealers Selection Barbados West Indies Distillery 14 YO looks a little pale by comparison.

Viscosity: The rum flows slowly down in fat drops. A slightly oily film sticks to the glass.

Nose: Acacia honey, beeswax, medicine and toffee are hovering above the glass. A slight sweetness pervades these flavours. Weak nuances of smoke, almonds, papaya and discreet bananas. After about an hour the alcohol is only faintly present. After a pan of the glass, however, one can clearly notice the almost 70%abv. Also, the medicine is then more dominant. Further away from the glass I smell fine vanilla, sweet caramel, honey and papaya. Deep in the glass are dominating medicine, wax, honey, a hint of almonds, leather and oak the flavour profile. In the background are dwelling herbs and very subtle aromas of eucalyptus. You do recognise the young age. Even after 14 years it is still a thing, not powerfull though, but you can say it has still some immaturity in it. This is especially obvious with a freshly filled or panned glass, when the rum has not yet settled down. A smell similar to the taste of milk adheres to the rum. Vanilla and toffee are then stronger and the alcohol is fading out. Anise and charcoal in the background. A young version of the 25-year-old Duncan Taylor.

Palate: The rum is slightly sweet at first, then the alcohol burns on the tongue and throughout the entire mouth. After the first abating of the burning sensation delicate honey, slightly vanilla, wax, sweet caramel, medicine and weak almonds do emerge. Then slight smoke, herbs, spices and oak. A milky flavor accompanies the first impression. The sweetness disappears quickly at the beginning. The rum turns towards a herbal flavour. More herbs come forth. Even more spices. Shortly papayas and more oak. Brown cane sugar (muscovado). The vanilla from the nose is almost not present on the palate. A faint hint of sugar cane lingers on the tongue. During the second sip anise, more medicine, smoke, honey and beeswax. The alcohol now burns even stronger on the palate. Caramel, leather and toffee. Oak from the barrel mixed with … almonds? Almonds with bananas. The rum stimulates the saliva flow very well, thereby diluting down the rum rapidly. The profile again changes towards an herbal taste. Sugar cane, milk, spices and herbs. Charcoal?

Finish: First spices, oak and toffee. Then weak leather, milk, honey and wax brown cane sugar und sugar cane.. Herbs and spices at the end. After the second sip of milk, honey and wax. Then, spices, herbs and a hint of almonds. Papayas? Again brown cane sugar. Spices and herbs linger medium long on the palate. The rum is slightly dry at the end. 

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Conclusion: A very good rum, which is however still relatively young. Compared to Cadenhead Dated Distillation Black Rock Distillery BRS (Rockley) 1986 16YO he has a bit more vanilla. However, the vanilla is not as strong as it was the case with the Rumdealers Selection Barbados West Indies Distillery 14 YO. Nevertheless, the rum has more barrel maturation than the RDS. Not only visually but also olfactory-wise it makes a noticeable difference. While the maturity is higher, it still shows that both rums are still somewhat young and immature. There is a sharp/pungent taste and I am not talking about the alcohol guys. Unfortunately, the differences between the vintages are a fact. You can't ignore them. The honey smells and tastes a bit different. The brown cane sugar and the sugar cane are not so strong in the vintage of 2000. I do not think that these differences result solely from other barrels. The rum from 1986 all have approximately the same profile in taste and smell, something better, sometimes not so good. I am glad I was able to make this comparison bewteen 1896 and 2000 with rums in the same age and I am still trying to make those for the future generations of rums of WIRD. I wanted to review this bottling for a long time actually, but I was always delayed. At one point I lost my notes and then I had to retaste it because of scoring. There was always something. The high alcohol strength is not really a great deal if you are sipping in small sips. I know. It sounds strange. Especially If you are a whisky lover. However, the rum is not the ideal one if you want to have something for every weekend. It needs time. Its successor with 16 years has the same “issue”. But both rums are great cask-strength rums from Barbados in my opinion. But there are, or rather were, also very good rums made by WIRD in 1986 which were bottled at 46%abv and have the same level of quality or are sometimes better than those two rums from Cadenhead. This style does not need necessarily cask-strength to show its quality. Rums like the Mount Gay and this style of WIRD have class. They have style. Unfortunately, the availability is something that makes a regular enjoyment difficult or, in the worst case, its even prevented. The vintage of 1986 is almost as good as gone. And I am not talking about the official stuff. Anyone who has experienced Mount Gay in its blaze of glory (single cask) can hardly accept a Mount Gay XO afterwards as an adequate substitute. You want the real deal. Not a mouthwash. There is a third style in Barbados that is worth mentioning and that is the one made in Foursuqare. Velier was and is releasing in a partnership with this distillery a few rums in a higher strength. Hopefully the availability is not again altered by an artificial shortage. Unfortunately butter and figs are not really my thing. Regarding the purchase of WIRD by Ferrand I suspect nothing good will come from this. But lets not assume the worst case now. A few years back Mount gay was also sold. Is this a positive trend when Europeans are buying Caribbean distilleries? Lets wait and see. Thank you for stopping by and have a nice day to all of you! 

Marco

(90/100)